Auf Einladung der beiden Ämter für regionale Landesentwicklung Lüneburg und Weser-Ems und des Reallabors 70GW Offshore Wind haben sich am 25.06.2026 in Cuxhaven rund 30 Expertinnen und Experten aus den Landkreisen und Kommunen der Küstenregion, aus den Ämtern, aus Unternehmen, Umweltschutzverbänden und Bürgerinitiativen sowie aus der Wissenschaft getroffen, um über den Ausbau der Offhore-Windenergie und seine gesellschaftlichen Herausforderungen zu diskutieren.
Zur Einstimmung gab es am Vormittag eine Werksführung im örtlichen Werk von Siemens Gamesa Renewable Energy. Siemens Gamesa fertigt in Cuxhaven mit 1.500 Mitarbeitenden Turbinen für Offshore-Windenergieanlagen. Diese Turbinen haben die Größe eines mehrstöckigen Einfamilienhauses. Absolutes Highlight der Werkstour war entsprechend die Besichtigung einer solchen Turbine von innen.
Im Zentrum des anschließenden Workshops standen Zwischenergebnisse aus zwei Teilprojekten des Reallabors und aus einem Projekt des Reallabor-Projektpartners Helmholtz-Zentrum Hereon.
Klaus-Peter Buss vom Soziologischen Forschungsinstitut Göttingen (SOFI) referierte über gesellschaftliche Voraussetzungen des Offshore-Ausbaus und diskutierte mit dem notwendigen Ausbau der Häfen und dem immer deutlicher zu Tage tretenden Fachkräftemangel zwei zentrale Engpässe für die Verwirklichung der Ausbauziele.
Andreas Kannen und Jürgen Schaper (beide Helmholtz Hereon), berichteten aus ihrer Forschung zur Entwicklung der Fischerei und fragten nach Lehren für die Regionalentwicklung.
Abschließend fragten Sophie Berg und Bernd Siebenhüner von der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg danach, wie Lasten und Vorteile des Offshore-Ausbaus von den Beteiligten und Betroffenen wahrgenommen werden, wie sich Lasten fairer verteilen lassen und welche Rolle dabei Partizipationsprozessen zukommen kann. In einem abschließenden World Cafe diskutierten die Workshop-Teilnehmenden über Fragen der regionalen Koordination, Chancen der Beteiligung und Partizipation sowie eine naturverträgliche Gestaltung des Offshore-Ausbaus.
Aus den Fragen und Kommentaren zu den Vorträgen und der Arbeit in den World Cafe-Stationen wurden zahlreiche Anregungenund Ideen gewonnen, die von den Forschenden mit in die zukünftige Arbeit des Reallabors genommen werden und die auch im gesamten Forschungsprogramm TEN.efzn für neue Impulse sorgen werden. Weitere Workshops zu den Themen Rückbau und Fachkräfteversorgung sind angedacht.
Danke an Siemens Gamesa für sehr interessante und informative Werksführung und an alle Teilnehmenden für ihr kritisches Feedback und ihre vielen Inputs.
Bildrechte Fotos: Siemens Gamesa renewable energy, Apirami Logasingam (Hauptfoto), ForWind – Zentrum für Windenergieforschung (restliche Fotos)