Beim BWO-Fachkräftegipfel Nordsee am 17. Februar 2026 in der Handelskammer Bremen diskutierten Vertreter:innen aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Wissenschaft zentrale Fragen der Fachkräftesicherung im Zuge des Offshore-Ausbaus. Veranstalter war der Bundesverband Windenergie Offshore (BWO), der den Gipfel als Plattform für den Austausch zu Qualifizierungsbedarfen, Arbeitsmarktentwicklung und regionaler Wertschöpfung etabliert hat.
Auch aus dem Reallabor 70GW Offshore Wind wurde Expertise mit eingebracht. Dr. Klaus-Peter Buss vom Soziologischen Forschungsinstitut Göttingen (SOFI) präsentierte beim Fachkräftegipfel erste vorläufige Erkenntnisse aus dem Innovationsbereich „Gesellschaftswissenschaftliche und ökonomische Fragen des Ausbaus der Offshore-Windenergie“ des Reallabors, das im Rahmen des TEN.efzn-Projektverbunds durchgeführt wird.
Die Umsetzung der Offshore-Ausbauziele hat gesellschaftliche Voraussetzungen an Land. Dazu gehören Hafen-, Verkehrs- und Energieinfrastrukturen ebenso wie Produktions- und Wartungsstandorte, Fachkräfteversorgung und soziale Infrastrukturen. Gleichzeitig eröffnet der Offshore-Ausbau neue Chancen für die Regionalentwicklung – wenn entsprechende Rahmenbedingungen geschaffen werden: In den Küstenregionen werden zwar hohe Erwartungen deutlich, Energiewende und Regionalentwicklung stärker zu verknüpfen. Die Verknüpfung mit dem Ausbau der Windenergie gelingt bislang aber nur punktuell.
Genau hier setzt das Reallabor 70GW Offshore Wind an: durch Experteninterviews mit Stakeholdern aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft sowie geplanten Workshops zur Diskussion erster Befunde. Ziel ist es, konkretes Handlungswissen für Industrie, Politik und Verwaltung bereitzustellen – damit der Offshore-Ausbau nicht nur technisch gelingt, sondern auch gesellschaftlich verankert wird.
Foto Copyright: BWO – Bundesverband Windenergie Offshore e.V.